
Warum wir unsere Badezimmerheizgeräte „Torturtests“ unterziehen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine Qual für Elektronikgeräte. Es gibt dichten Dampf, Spritzer von Wasser – und Temperaturschwankungen, die selbst einen Thermostaten durcheinanderbringen würden.
Auf vielen Geräten finden Sie die Bezeichnung „IPX4“. Das bedeutet im Grunde, dass das Gerät Spritzern von Wasser standhalten kann, ohne sofort kaputtzugehen. Doch das reicht nicht aus – eine solche Kennzeichnung kann den langsamen, unsichtbaren Korrosionsprozess über die Jahre hinweg nicht aufhalten.
Der langsame Vormarsch der Feuchtigkeit
Wasserdampf ist sehr gerissen. Er findet die kleinsten Ritzen in den Abdichtungen und dringt hinein. Sobald er im Inneren des Geräts ist, setzt er sich auf den Schaltkreisen und Heizelementen ab. Wenn man dann das Heizgerät einschaltet, verdunstet die Feuchtigkeit wieder – nur um anschließend erneut zu kondensieren. Das ist ein endloser Kreislauf. Im Laufe der Zeit zerstört dies die Lötstellen und den Isolierschutz des Geräts.
Um das zu verhindern, bringen wir unsere Infrarotlampen in eine Kammer mit feuchter Hitze. Es handelt sich dabei im Grunde um eine „Hölle aus Sauna“. So können wir in wenigen Wochen jahrelange Einflüsse durch Feuchtigkeit simulieren. Wir prüfen nicht nur, ob das Licht funktioniert – sondern auch nach Anzeichen von Undichtigkeiten oder Beschädigungen. Wenn eine Abdichtung abreißt oder eine Schicht abblättert, ist das ganze Gerät defekt.
Die richtigen Materialien wählen
Man kann nicht einfach irgendeinen Gummi oder Kunststoff verwenden. Um unseren Tests standzuhalten, verwenden wir spezielle Abdichtungen und Beschichtungen, die Wasser wirklich ablehnen. Die Quarztuben befinden sich in Silikonabdichtungen, die bei hohen Temperaturen nicht verformen oder splittern. Wir verwenden außerdem Gold- oder Nickelbeschichtungen auf den Kontakten. Warum? Denn billige Kontakte rosten in feuchter Luft. Das führt zu Widerständen, was wiederum zu Überhitzung führt – und letztendlich zum Ausfall des Geräts. Das ist keine gute Möglichkeit, den Morgen zu beginnen.
Das Gleichgewicht finden
Hier liegt das Problem: Wenn man das Heizgerät zu fest abdichtet, können die inneren Teile nicht atmen. Die Elektronik darin beginnt dann zu überhitzen, denn die Wärme hat keinen Ausweg. Es handelt sich dabei um ein Gleichgewichtsspiel zwischen der Festigkeit der Abdichtung und der ausreichenden Wärmeableitung im Schaltkreis. Es geht darum, sicherzustellen, dass die inneren Teile des Geräts kühl und trocken bleiben – damit man einfach den Schalter betätigen und die Wärme spüren kann, ohne sich Sorgen um das machen zu müssen, was hinter dem Plastik vor sich geht.