
Warum die meisten „wasserdichten“ Badezimmerheizgeräte eigentlich versagen
Seien wir ehrlich: Badezimmer sind eine echte Herausforderung für elektronische Geräte. Überall gibt es Dampf, es kommt zu plötzlichen Wasserspritzern – und die Temperaturen können innerhalb weniger Minuten von eisig auf extrem hoch steigen.
Wenn auf der Spezifikationsliste ein IPX5-Standard angegeben ist, ist das zwar ein Anfang. Doch in der Praxis ist das nur ein Zahlenwert auf Papier. Was wirklich zählt, ist, ob die Dichtung zwischen dem Quarztrohr und dem Gehäuse dem Druck standhalten kann.
Der „Qualitätstest“
Wir bauen diese Geräte nicht einfach so und hoffen darauf, dass alles funktioniert. Jede Charge wird durch einen Prozess der Belastung mit Hitze und Feuchtigkeit geprüft. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art „Qualitätsprüfung“. Wir belasten die Geräte immer wieder mit hoher Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit. Warum? Weil wir wollen, dass die Materialien sich ausdehnen und zusammenziehen.
Fällt die Dichtung dadurch kaputt oder schrumpft sie auch nur ein wenig, dringt Feuchtigkeit ein. Dann beginnen die elektrischen Kontakte zu rosten – oder noch schlimmer: Das ganze Gerät funktioniert nicht mehr, sobald man den Schalter betätigt. Wir belasten das Gehäuse bis zum Äußersten, damit wir genau wissen, wo die Grenzen liegen.
Der Kampf gegen die Hitze
Das Problem ist die schnelle Temperaturänderung. Eine Infrarotlampe kann in Sekundenschnelle von kalt auf sehr heiß werden – und dann wieder genauso schnell abkühlen. Diese ständige Ausdehnung und Zusammenziehung verursacht enormen Druck auf die wasserdichten Dichtungen. Die meisten Dichtungen werden nach einer Weile spröde und brechen. Deshalb verwenden wir spezielle Silikonmaterialien sowie verstärkte Dichtungen. Dadurch bleiben die Dichtungen flexibel.
Ein „fabrikneuer“ Wasserdichtheitstest ist im Grunde nutzlos. Jeder kann ein Produkt herstellen, das fünf Minuten lang wasserdicht ist. Der eigentliche Test besteht darin herauszufinden, ob das Gerät auch nach 500 Betriebszyklen weiterhin wasserdicht bleibt.
Das Gleichgewicht finden
Es gibt jedoch einen Haken: Wenn die Dichtung zu fest ist, bleibt die Hitze im Inneren des Geräts. Dadurch können die inneren Komponenten verschmelzen. Um das zu vermeiden, verwenden wir dickere Kabel sowie bessere Isolierstoffe. Dadurch kann die Hitze abgeleitet werden, ohne dass die Barriere, die das Badezimmer vor Wasser schützt, beeinträchtigt wird.